Archiv für die 'Reviews' Kategorie

Die Bande des Captain Clegg

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Der Klappentext ist diesmal KOCH MEDIA-untypisch reisserisch und beschreibt eine spannende Geschichte… nur eben nicht die, die im Film gezeigt wird.

Captain Clegg ist ein gesuchter und berüchtigter Pirat- Dessen Leute finden sich nach seinem Tod in einem kleinen Ort und überleben dort durch kleine Schmuggeleien. Die Kriegswirren bedrohen dieses „Glück“, da tragen angebliche Geister im nahe gelegenem Moor auch nicht gerade zum Nachbarschaftsfrieden bei.

Im Booklet wird diesmal nicht auf die Spoiler hingewiesen (wieso eigentlich nicht, die beiden Autoren haben viel verraten und trotzdem niemanden vorgewarnt. Das tu ich hiermit.)

Man rechnet mit einem Piratenfilm, wenn man an die Moorgeister denkt sogar an einen Vorläufer von „Piraten der Karibik“. Verabschiedet euch von diesem Gedanken. Es handelt sich vielmehr um einen klassischen Hammer-Film mit wirklich guten Schauspielern, wie man aus dem Booklet erfährt. Die tragende Figur dürfte trotz allem Peter Cushing sein, der wie immer gut spielt. Geht man aber davon aus, dass er sich eingesetzt und darauf gefreut hat, diesen Haudegen nach seinem Geschmack zu spielen, sogar extra Dialoge hat ändern und hinzufügen lassen, ist man trotzdem ein wenig enttäuscht. Da hat Cushing schon intensiveres Spiel abgeliefert.

Trotzdem: die Rollen sind gut besetzt und man findet viele alte Hammer-Bekannte wieder. Die Moor-Gespenster erinnern an die reitenden Leichen und sind dem Produktionsjahr entsprechend hervorragend gemacht. Wieder mal hat Hammer Pionierarbeit abgeliefert, die als Vorlage für Kult-Klassiker diente. Schade, dass diese Reihe nicht fortgesetzt wurde.

7 von 10 Punkten

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Der Satan mit den langen Wimpern

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Seit Janet (Jennie Linden) als Kind miterlebt hat, wie ihre Mutter ihren Vater umgebracht hat, leidet sie unter Albträumen, in denen sie von ihrer eigenen Mutter, die seit Jahren in einer Nervenheilanstalt ist, verfolgt wird. Janet leidet unter ihrem ganz persönlichen Damoklesschwert, der Frage, ob sie selbst krank ist, ihrer Mutter folgen wird. Ihr Vormund Henry Bexter, in den Janet auch verliebt ist, steht ihr aber, nachdem sie freiwillig von ihrem Internat nach Haus gekommen ist, zur Seite… tut er das wirklich? Und hat Janet Freunde, die tatsächlich zu ihr stehen?
Es ist schwer, den Film in einer Review zu bewerten, ohne zu spoilern. Obwohl auch in anderen Booklets oft das Ende vorausgenommen wird, sind Uwe Hubner und Guiskard Oberparleiter so freundlich, darauf hinzuweisen, dass man das Booklet besser erst nach dem Filmgenuss lesen sollte.
Seltsamerweise muss man allein bei der Inhaltsangabe schon an den Hitckcock-Klassiker „Marnie“ denken, und so falsch liegt man da gar nicht. Die Grundidee einer an sich selbst zweifelnden Frau und eines Mannes, bei dem man nie sicher ist, ob er wirklich ihr Freund ist, verbindet die beiden Film, mal ganz davon abgesehen, dass David Knight tatsächlich in vielen Szenen auf den Sean Connery der 60er hingetrimmt wurde.
Die Schauspieler, die teils aus dem hauseigenen Hammer-Fundus, teils aus den umliegenden Theatern stammen, erfüllen ihre Rollen größtenteils sehr gut. Einzig Jennie Linden, die die kleine 17-jährige Janet spielt, will sich ihrer Rolle nicht so ganz fügen. Sie ist einen Tick zu alt und spielt ein wenig zu kindlich, auch wenn mir eine Krankenschwester aus dem psychiatrischen Bereich durchaus versichert hat, dass 17-jährige in einer solchen Situation durchaus so kindlich sein können. Aber trotzdem: man sieht Jennie an, dass sie erst wenige Tage vor dem Dreh in einem Theater entdeckt wurde und die durch einen besseren Vertrag abgeworbene Julie Christie ersetzte.
Insgesamt ein Thriller, der durch sein Drehbuch und seine schwarz-weiss Bilder kein bisschen weniger überzeugt, als ein Hitchcock. Der Spannungsaufbau ist perfekt, und das Ende ist in keinem Fall vorhersehbar.

Die Hammer-Veteranen Jimmie Sangster (Drehbuch, wie bei „Dracula“) und der Oskar-prämierte Regisseur Freddie Francis haben zusammen mit dem Kameramann John Wilcox ein zu Unrecht so unbekanntes Juwel des Psychothrillers geschaffen.
Auch wenn David Knight und Moira Redmont (die Grace spielt, die eingeschmuggelte Psychologin für Janet) ihre Rollen hervorragend umsetzen und aus ihrer gemeinsamen Theaterzeit schöpfen, besonders bemerkenswert ist Clytie Jessop, die die Frau von Henry Bexter spielt. Eine Horror-Figur, so gar nicht Hammer-typisch: weiblich, keine Penthouse-Schönheit und doch mit soviel Spannung behaftet, dass man schaudert. Dass diesmal Hammer-untypisch besetzt wurde hat dem Film beileibe gut getan.

Die Bildqualität sowie der Ton sind außergewöhnlich gut, und zum Glück für die Fans befinden sich auf den Schubern der DVDs nicht diese potthässlichen und absolut sinnfreien FSK-Logos. Hervorragende Arbeit von Koch Media.

8 von 10 Punkten

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Schlechte Zeiten für Vampire

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Endlich gibt es diesen Film offiziell auf DVD. Bisher musste man sich mit einem Bootleg zufrieden geben, dessen Bildqualität gelinde gesagt unter aller Sau gewesen ist.

Um es kurz klar zu stellen: dies ist KEIN Hammer-Film. Aber es geht um den Fürsten der Finsternis, und dieser wird von Christopher Lee dargestellt – nur ein Jahr nach seinem Debut als Dracula. In dieser italienischen Parodie sollte man allerdings keinen Horror erwarten. Der Name Dracula taucht nie auf, aber wenn man Lee in seinem Cape sieht, weiß man eh, was die Stunde geschlagen hat.

Es ist eine Pre-Celentano und Pre-Spencer&Hill Screwball-Komödie, die einfach Spaß macht. Wer auf sowas nicht steht, wird sicherlich enttäuscht sein, auch wenn Christopher Lee wie immer hervorragend spielt.

Die ersten Screenshots aus der DVD sehen auf jeden Fall besser aus, als das alte Bootleg… aber digital bearbeitet wurden sie wohl leider nicht.

FAZIT:
Meines Erachtens ein Muß für jeden Hammer- und Dracula-Fan. Die einzigen, die die Finger von dem Film lassen sollten, sind Italo-Screwball-Allergiker.

Note: 7 von 10 Punkten.

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STAY ALIVE

Stay Alive - Unrated Director\'s Cut
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Auf diesen Film bin ich in der Videothek gestoßen. Indirekt hat er etwas mit dem Hammer-Film “Comtesse des Grauens” zu tun, es geht um unsere allseits beliebte und gefürchtete Lady Bathory.

INHALT:
Ein junger Mann testet ein Underground-Videospiel und stirbt kurz darauf… Seine Freunde entdecken in seinem Nachlass das Spiel, und wollen ihm huldigen, indem sie das letzte Spiel, welches er spielte, selbst spielen. Eigentlich sollten diese Verrückten schon stutzig werden, wenn sich das Spiel erst nach dem lauten Sprechen eines Gebetes startet (ohne Voice Activation wohlgemerkt!). Als aber klar wird, dass ihr Freund und nach und nach sie selbst immer auf genau die selbe Weise sterben, wie im Videospiel, wird auch denen klar, dass sie sich nicht nur in einer virtuellen Realität befinden, sondern in dem Sog einer dunklen Macht, ausgehend von der wieder heraufbeschworenen Lady Bathory! Und diese Macht verfolgt die jungen Gamer bis in die Realität.

KRITIK:
Spätestens an diesem Punkt wird auch klar, wieso ich diesen Film hier bespreche, man kann ihn tatsächlich als Nachfolger von “Comtesse des Grauens” sehen, und warum dieser Film nicht viel bekannter ist, werde ich nie verstehen. Er ist durchgehend spannend, wirkt nie lächerlich (wenn es auch durchaus komische Momente gibt), die Effekte sind passend und aktuell, aber nicht übertrieben. Das Videospiel selbst sieht fast oldfashioned aus, was aber sinnvoll ist, um die Abgrenzung zur Realität besser hervorzuheben.

FAZIT:
Uneingeschränkt empfehlenswert, nicht nur, aber VOR ALLEM für Hammer-Fans! Es ist ein sehr guter Film mit guten Schockeffekten, der, wenn man “Comtesse des Grauens” kennt, und somit den Charakter der Lady Bathory, noch besser wird.

9 von 10 Punkten.

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James Bond 007: Casino Royal

Hier tut sich momentan wenig, aber ihr werdet bald entschädigt dafür. Ihr werdet ein ganz besonderes Schmankerl von mir bekommen, welches ich auf eBay ersteigert habe – in Form einer PDF-Kopie.

Bis dahin möchte ich aber auf mein Review des neuen Bond-Filmes hinweisen, welches ihr im Movie-Blog finden könnt:

CASINO ROYAL – REVIEW

Viel Spaß damit.

Euer
Sinarius :-)

Kommentar

PREVIEW – Hammer House of Horror

Hammer House of Horror (4 DVDs)
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Koch Media hat sich echt ins Zeug gelegt. Ich habe heute von der „Hammer House of Horror“-Box vorab die DVD Nr. 3 geschickt bekommen, obwohl die Presse-DVDs eigentlich schon lange weg sind. Vielen Dank dafür.

Ich werde jetzt erst mal noch nicht auf die Folgen eingehen, das geschieht in einzelnen Reviews, sondern über meinen ersten Eindruck zur Serie, die ich bisher nicht kannte, und der voraussichtlichen Qualität der Box etwas sagen.

Auf den DVDs befindet sich ein animiertes und ansprechendes Menü. Leider wurde es farblich größtenteils in grün gehalten, obwohl zu Anfangs sehr deutlich wird, dass Blut gemeint ist. Nun ja, vielleicht ist das in der finalen Version ja anders. Und ein animiertes Menü lockt heutzutage ja keinen Hund mehr hinterm Ofen vor. Aber etwas Besonderes hat sich KOCH dennoch einfallen lassen: jede der durchschnittlich drei Folgen pro DVD hat ein eigenes Untermenü mit thematisch geordneten Kapiteln! Das habe ich persönlich (leider) noch nie bei einer Serienbox erlebt, dass einzelne Folgen in Kapitel unterteilt sind. In diesem Fall wurde den einzelnen Kapiteln sogar noch jeweils eine Überschrift gegeben. Sehr löblich, und ich hoffe, andere nehmen sich ein Beispiel daran und gewöhnen sich endlich ab, einfach nur die Folgen draufzuklatschen.

Der Ton wurde zum Glück in Stereo belassen (die Upmixes auf 5.1 taugen meistens eh nichts) und liegt in Dolby Digital vor. Er klingt astrein.

Die Bildqualität hat mich am meisten überrascht. Es ist kein bisschen Rauschen vorhanden, das 4:3-Bild ist glasklar, zeigt keine Artefakte. Wäre die Farbe nicht etwas kontrastarm, würde man so schnell nicht darauf kommen, dass die Serie schon in den 80ern entstanden ist.

Überhaupt, die Farbe und der Flair erinnern ein klein wenig an „Die Zwei“, nur ohne (deutschen Synchron-)Witz, dafür aber mit hammer-typischer Spannung. Wobei man schon merkt, dass dies nun moderne Horror-TV-Episoden sind. Von den zwei bisher von mir gesehenen Folgen waren beide in der „Gegenwart“ angesiedelt (in der Gegenwart der 80er halt) – und die Riege, die sich der Serie angenommen hat, setzt sich aus altbewährten Hammer-Veteranen zusammen, die sich bemerkenswert zurückhalten und die damals neuen Gesichter hervorragend unterstützen.

Das Synchron scheint bei den einzelnen Folgen Glückssache zu sein. In der Folge “Kinder des Vollmonds” klingt es leider etwas lieblos. Nach dieser für mich ersten Folge habe ich mich da auf Schauderhaftes eingerichtet (Schauderhaftes AUSSERHALB der Geschichten, wohlgemerkt… dass die Stories selber schaudern sollen, ist ja klar ;-) ). Nicht dass die Stimmen schlecht wären, oder es gar eine „Porno“-Synchro wäre… aber erste Riege hörte sich gerade in den 80ern anders an. Das änderte sich in der zweiten von mir gesehenen Folge (“Das Vermächtnis des Falkners”): ein englischer Kommissar mit der Stimme von Thomas Magnum – das hat doch was. ;-) In der dritten Folge (“Der Wächter des Höllenschlunds”) wurde ich allerdings von den Sprechern geradezu überwältigt. Gute Stimmen und gute Betonung bis in die kleinste Rolle hinein, eine Abmischung, die ein Hammer-Film verdient hat. Hier hat man eine richtigen Spielfilmton vor sich. Fazit: ich bin gespannt, wie es bei den anderen Folgen aussieht und ob das schlechte oder das gute Synchron überwiegt.

Nur noch grundsätzliches zu den Folgen: wie gesagt spielen sie in der Gegenwart, aber man findet immer wieder einen Grund, die in jeder Folge neuen Protagonisten in alte Häuser zu treiben und somit den Gothic-Effekt in die Gegenwart zu holen. Der Zuschauer wird zusammen mit den „Opfern“ in ein Grauen eingeführt, wird irgendwann auf die Schiene des Täters geleitet und erlebt daraufhin die andere Seite, um auf dieser bei dem Sieger zu stehen.
Ja, bei „Hammer House of Horror“ scheint das Böse zu siegen, ich bin jetzt schon gespannt, ob das bei allen Folgen so ist. Das Konzept an sich ist jedenfalls sehr interessant und spannend. Ob man die einzelnen Folgen allerdings dem Genre „GOTHIC Horror“ zuordnen kann, wage ich zu bezweifeln. Aber vielleicht ist das ja Auslegungssache.

Preview-Wertung:

DVD – Qualität: 10 von 10 Punkten (ich finde keinen Grund, Punkte abzuziehen: Bild, Ton und Aufbau der DVD sind hervorragend – besser, als man es bei einer Serie aus den 80ern erwarten darf. Da hat sich die neue digitale Abtastung wirklich gelohnt)

Soweit das Preview. In den nächsten Tagen werde ich die einzelnen Folgen genauer besprechen.

EDIT: die finale Box-Version ist eingetroffen und wird von mir HIER besprochen. :-)

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