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Der Satan mit den langen Wimpern

Der Satan mit den langen Wimpern
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Seit Janet (Jennie Linden) als Kind miterlebt hat, wie ihre Mutter ihren Vater umgebracht hat, leidet sie unter Albträumen, in denen sie von ihrer eigenen Mutter, die seit Jahren in einer Nervenheilanstalt ist, verfolgt wird. Janet leidet unter ihrem ganz persönlichen Damoklesschwert, der Frage, ob sie selbst krank ist, ihrer Mutter folgen wird. Ihr Vormund Henry Bexter, in den Janet auch verliebt ist, steht ihr aber, nachdem sie freiwillig von ihrem Internat nach Haus gekommen ist, zur Seite… tut er das wirklich? Und hat Janet Freunde, die tatsächlich zu ihr stehen?
Es ist schwer, den Film in einer Review zu bewerten, ohne zu spoilern. Obwohl auch in anderen Booklets oft das Ende vorausgenommen wird, sind Uwe Hubner und Guiskard Oberparleiter so freundlich, darauf hinzuweisen, dass man das Booklet besser erst nach dem Filmgenuss lesen sollte.
Seltsamerweise muss man allein bei der Inhaltsangabe schon an den Hitckcock-Klassiker „Marnie“ denken, und so falsch liegt man da gar nicht. Die Grundidee einer an sich selbst zweifelnden Frau und eines Mannes, bei dem man nie sicher ist, ob er wirklich ihr Freund ist, verbindet die beiden Film, mal ganz davon abgesehen, dass David Knight tatsächlich in vielen Szenen auf den Sean Connery der 60er hingetrimmt wurde.
Die Schauspieler, die teils aus dem hauseigenen Hammer-Fundus, teils aus den umliegenden Theatern stammen, erfüllen ihre Rollen größtenteils sehr gut. Einzig Jennie Linden, die die kleine 17-jährige Janet spielt, will sich ihrer Rolle nicht so ganz fügen. Sie ist einen Tick zu alt und spielt ein wenig zu kindlich, auch wenn mir eine Krankenschwester aus dem psychiatrischen Bereich durchaus versichert hat, dass 17-jährige in einer solchen Situation durchaus so kindlich sein können. Aber trotzdem: man sieht Jennie an, dass sie erst wenige Tage vor dem Dreh in einem Theater entdeckt wurde und die durch einen besseren Vertrag abgeworbene Julie Christie ersetzte.
Insgesamt ein Thriller, der durch sein Drehbuch und seine schwarz-weiss Bilder kein bisschen weniger überzeugt, als ein Hitchcock. Der Spannungsaufbau ist perfekt, und das Ende ist in keinem Fall vorhersehbar.

Die Hammer-Veteranen Jimmie Sangster (Drehbuch, wie bei „Dracula“) und der Oskar-prämierte Regisseur Freddie Francis haben zusammen mit dem Kameramann John Wilcox ein zu Unrecht so unbekanntes Juwel des Psychothrillers geschaffen.
Auch wenn David Knight und Moira Redmont (die Grace spielt, die eingeschmuggelte Psychologin für Janet) ihre Rollen hervorragend umsetzen und aus ihrer gemeinsamen Theaterzeit schöpfen, besonders bemerkenswert ist Clytie Jessop, die die Frau von Henry Bexter spielt. Eine Horror-Figur, so gar nicht Hammer-typisch: weiblich, keine Penthouse-Schönheit und doch mit soviel Spannung behaftet, dass man schaudert. Dass diesmal Hammer-untypisch besetzt wurde hat dem Film beileibe gut getan.

Die Bildqualität sowie der Ton sind außergewöhnlich gut, und zum Glück für die Fans befinden sich auf den Schubern der DVDs nicht diese potthässlichen und absolut sinnfreien FSK-Logos. Hervorragende Arbeit von Koch Media.

8 von 10 Punkten



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3 Antworten zu “Der Satan mit den langen Wimpern”

  1. Terry Fisher sagt:

    Sicher, ein *hammer*mäßiges Meisterwerk ist der Film gerade nicht, aber der Film um das Team von Francis/Sangster ist gelungen und die Schauspieler geben unter einer guten Regie ihr Bestes. Die Geschichte ist ja nicht gerade neu, aber auf die Machart Hammers ist eben Verlaß !

  2. MichaelRipper sagt:

    Hat mir ebenfalls sehr gut gefallen der Film. Die Geschichte ist zwar nicht sehr originell, aber die Schauspieler machen ihr Sache wirklich hervorragend. Lobenswert das Koch Media jetzt zuletzt auch halt neben den Gothichorrorfilmen auch mal die Thriller veröffentlicht.

  3. nathaniel sagt:

    Download@alternative.Rock” rel=”nofollow”>.

    Search rock UK Charts…

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