5 – Die Hammer-Produktionsmethode – Rücken an Rücken zum Erfolg


Zu dieser Zeit entstand auch der ganz spezielle Hammer-Produktions-Stil, der auch “Rücken-an-Rücken”-Produktion genannt wird: mit ein und derselben technischen Crew, der selben Schauspieler-Cast, und in sehr ähnlichen Studiodekorationen wurden hintereinander zwei Filme gedreht. Manchmal waren die Wände noch feucht von der neuen Farbe, wenn ein neuer Film begonnen wurde, wie zum ersten Mal bei “Dracula – Prince of Darkness” und “Rasputin – the mad Monk”. Chris Lee spielte in beiden Filmen die Hauptrollen (tatsächlich wurde er zu dem weiteren Draculafilm nur überredet, weil er auch die Rolle des Rasputin spielen durfte), und sogar die Todesszenen waren im selben Set gedreht worden, beide Mal stirbt Christopher Lee in seiner Rolle in einem eisigen See.

Ein weiteres Beispiel für diese ONE Crew – TWO Films – Methode ist “The Reptile” und “Plaque of the Zombies”, auch hier ähneln sich die Sets in ungeheurem Masse.

Warum so was nicht aufgefallen ist?

Die Filme wurden in Double Features in die Kinos gebracht – und zwar versetzt. So wurde “Dracula – Prince of Darkness” zusammen mit “Plaque of the Zombies” veröffentlicht, daraufhin dann “Rasputin, the mad Monk” mit “The Reptile”.


Obwohl “Rasputin – the mad Monk” und “Plaque of the Zombies” (wie viele andere Filme) noch in eigenen Reviews behandelt werden, soll hier erwähnt werden, dass Rasputin häufig immer noch als Christopher Lee‘s beste Rollendarstellung gilt (er wurde von Rasputins Nachfahren sogar dafür geehrt), und dass “Plaque of the Zombies” ein waschechter Zombiefilm ist, der ganze zwei Jahre VOR George Romero’s Klassiker “Night of the living Dead” gedreht wurde und als richtungsweisend für alle nachfolgenden Zombiefilme gilt.


Hammer produzierte jedoch auch noch Filme in anderen Bereichen, auch Dramas und Komödien. Gegen Ende der 50er wurden auch einige aufmerksam betrachtete Kriegsdramen gedreht.


Durch den großen Erfolg konnte Hammer mit namhaften amerikanischen Majors zusammenarbeiten, wie eben 20th Century Fox, Columbia Pictures und Warner Brothers und gegen Ende der 50er war die Produktivität der Hammer Studios gewaltig. Die Qualität der Filme war nicht konsistent, aber es entstanden Perlen des Gothic-Horror wie “The Curse of the Werewolf” und “The Kiss of the Vampire”.

Die Richtungsänderung zu den amerikanischen Vertrieben gab Exclusive wohl den Todesstoss, diese Firma wurde 1968 endgültig liquidiert, da sie seit Ende der 50er keine wichtige Funktion mehr hatte. Michael Carreras gründete 1961 zwar seine eigene Firma, “Capricorn Films”, produzierte aber weiterhin auch Filme für Hammer.


Mitte der 60er führte eine finanzielle Koalition zwischen dem langjährigen Partner Seven-Arts, dem Hollywood-Studio 20th Century Fox und Englands ABPC zu einer weiteren Welle von Gothic Movies, darunter “The Devil rides out”, “Quatermass and the Pit” und eben “The Plaque of the Zombies”.


Die 60er brachten aber auch andere Genres bei Hammer, zum Beispiel die erfolgreichen Abenteuerfilme “SHE” und “One Million Years BC”. Es wurden auch eine ganze Reihe psychologischer Thriller a la Hitchcock veröffentlicht. Zu dieser Zeit entstand auch die erste TV-Serie von Hammer, “Journey to the Unknown”.


1968 bekommt Hammer den “Queen’s Award for Industry” für 3 Jahre finanziellen Erfolg: über 5 Millionen Pfund Erlös.