FANATIC – Das düstere Haus (1964)

Das düstere Haus
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Inhalt:
Die junge Pat Carroll (Stefanie Powers) ist zwar schon neu verliebt, kommt aber noch nicht so ganz über den Tod ihres Verlobten Steven hinweg. Hierzu möchte sie dessen Mutter besuchen. Zu spät bemerkt sie, dass die alte Mrs. Trefoile (Tallulah Bankhead) religiösem Fanatismus verfallen ist: sie will Pat und Steven im Jenseits miteinander vereinen, wofür sie auch nicht davor zurück schreckt, Pat einzusperren und zu ihrer „Pflicht“ zu zwingen.

Kritik:
Der Film ist auf DVD von SONY erhältlich, wird momentan aber auch immer wieder mal auf Premiere Nostalgie ausgestrahlt.
Es ist ein moderner Hammer-Film, die einzigen Gothic-Elemente finden sich im alten Haus. Es ist auch weniger ein Horror-Film, als vielmehr ein knallharter Psycho-Schocker – kein Wunder, der Drehbuchautor ist kein geringerer als Richard Matheson, der für „The twilight Zone“ geschrieben hat, Bücher von Edgar Allen Poe für Roger Corman in treibende Drehbücher verwandelte, das Drehbuch zu Stephen Spielbergs erstem Film „Duell“ schrieb und unter anderem die Kurzgeschichten „The incredible shrinking Man“ oder „I am a Legend“ schrieb: zweitere wurde zweimal verfilmt unter den Titeln „The Omega-Man“ und „The Last Man on Earth“. Dieser kleine Auszug mag verdeutlichen, was einen bei „Fanatic“ erwartet: Psycho-Grusel pur, der ohne Schockelemente unter die Haut geht.
Unsere Stephanie Power (mittlerweile eher bekannt aus „Hart aber Herzlich“) stellt eine starke Frau dar, die nicht aufgibt und kann sich quasi direkt in die Hirne des Zuschauers spielen. Tallulah Bankhead spielt die religiöse Fanatikerin dermaßen diabolisch, dass man vor dieser Frau einfach nur Angst bekommen kann. Schließlich kann man den noch jungen Donald Sutherland in einer Rolle als geistig behinderten sehen – schon damals musste man geahnt haben, was für ein großartiger junger Schauspieler da bei Hammer seine Karriere beginnt.
Ein perfekter Spannungsbogen verteilt sich über den Film und wird durch die für Hammer übliche gute Ausstattung des Films unterstützt. Kein typischer Hammer-Film, wie man ihn sich vorstellt (mit Hammer-Filmen, die in der Moderne spielen, kann man oftmals so seine Probleme haben), aber sicherlich einer der besten Hammer-Filme überhaupt.
Dass der deutsche Titel „Das düstere Haus“ lautet, mag an einer Komödie von Hammer mit einem ähnlichen Titel liegen, die zwei Jahre vorher erfolgreich lief… na ja, unter der deutschen Namensgebung leiden viele Hammer-Filme, da kann man froh sein, dass in den 70er Jahren aus „Dracula AD 1972“ nicht „Dracula vs. Django“ gemacht wurde. ;-)

Insgesamt ein Film, den niemand verpasst haben sollte, und wieder mal ein Film, der nicht nur von Hammer-Fans geschätzt werden sollte.

9 von 10 Punkten, dafür, dass meine Nerven wieder mal auf eine harte Probe gestellt wurden.