Comtesse des Grauens (1970)

Comtesse des Grauens
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Inhalt:
Die alte und unbarmherzige Gräfin Elisabeth Bathory (Ingrid Pitt) macht aus einem Zufall heraus die Entdeckung, dass das Blut junger Mädchen ihre Haut jünger werden lässt. Sie bringt ihre Dienerin um und erscheint kurze Zeit darauf als junge und erotische Frau auf der Bildfläche – sie gibt sich als ihre eigene Tochter Ilona aus.
Doch die Schönheit ist nicht von Dauer und sehr bald braucht die Gräfin neues Blut, welches ihr ihr Liebhaber, Captain Dobi (Nigel Green), besorgen soll. Dieser ist zwar nicht angetan von der verhängnisvollen Jugend seiner Geliebten (schließlich werden da auch junge Männer darauf aufmerksam), entspricht aus Liebe aber trotzdem ihrem Wunsch. Die Gräfin selbst scheint dies auch aus Liebe zu Dobi zu machen, kann aber den Versuchungen junger Männer keinesfalls widerstehen.
Ein weiterer Versuch mit dem Blutbad scheitert aber. Irgendetwas muss das Blut der Hure von dem Blut ihrer jungfräulichen Dienerin unterscheiden. Tja, was wohl?

Kritik:
Reale Massenmörder waren schon oft Ideengeber für Filme – so ist es auch hier. Die Blutgräfin Bathory gab es 1560 in Ungarn wirklich, sie ist verantwortlich für den Tod von insgesamt 650 Menschen, die sie aus purer Lust am Sadismus auf bestialischste Weisen umgebracht hat: sie malträtierte ihre Opfer mit glühenden Eisen oder warf sie in den Schnee, um sie dann mit kaltem Wasser zu übergießen, sie biss ihnen Fleischstücke aus den Körpern… wer mehr dazu wissen will, dem empfehle ich das abermals geniale Booklet von Uwe Somerlad, welches der DVD beiliegt, und in dem auch zur Produktionsgeschichte einiges steht. In Kurzform: die ungarischen Produzenten, die Hammer den Stoff angetragen hatten, wollten eigentlich ein historisches Drama verfilmen. Als von Hammer dann zu hören war, dass dies eigentlich ein Horrorfilm werden sollte, war es eigentlich schon zu spät – in der Not machte man sogar noch einen weiteren Fehler und synchronisierte Ingrid Pitt nach. Was das bringen sollte, wird wohl immer ein Geheimnis des Regisseurs Was Sasdy bleiben.
Der geneigte Leser wird es ahnen: wer aufgrund der blutigen Vorlage einen blutigen Hammer-Film erwartet, der wird enttäuscht. Der Film ist spannend, keine Frage, und Ingrid Pitt ist selten so erotisch gewesen, wie in diesem Film – nicht mal als Carmilla Karnstein. Das Design von „Countess Dracula“, wie der Film im Original heißt, ist hammer-typisch genial, der Aufbau der Geschichte gut und spannend… aber es fehlt an Blut, wie schon Ingrid Pitt einmal in einem Interview sagte. So wurde aus dem blutigstem Thema, das Hammer zur Verfügung stand, blutiger als Dracula und Frankenstein zusammen, ein nettes Filmchen mit einer wunderschönen Ingrid Pitt – aber halt nicht mehr.
Erwähnenswert ist aber unbedingt die Maske. Man mag teilweise gar nicht glauben, dass die alte Gräfin ebenfalls von Ingrid Pitt gespielt wurde, so gut ist das Make-Up geraten. Die Schauspieler füllen allesamt ihre Rollen aus und Nigel Green gibt einen wunderbaren alten und eifersüchtigen Liebhaber hab, der nicht anders kann, als „seine“ Gräfin bei jeder noch so furchtbaren Schandtat zu unterstützen.

Ach ja… ein paar Flaschen Kunstblut mehr, und es hätte der legendärste Hammer-Film überhaupt entstehen können.

Trotzdem: 8 von 10 Punkten, und kein Punkt weniger – das muss einem die wundervolle Ingrid Pitt schon wert sein. ;-)